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19.03.2019 Thorsten Stötzer

Olivia Gürth ist Männern ganz dicht auf den Fersen

Jugendliche und Routiniers glänzen am Herthasee gleichermaßen

Die Mannschaft des TuS Niederneisen

Die Mannschaft des TuS Niederneisen

Die kompletten Starterfelder beim Crosslauf am Herthasee aufzurufen, ist eine Aufgabe für Menschen mit Überblick, Geduld und Klemmbrettern. Für eine Teilnehmerin gibt es sogar eine Extra-Begrüßung durch den Leichtathletik-Kreisvorsitzenden und Starter Klaus-Dieter Welker. Sie richtet sich an Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien), die jüngst bei den deutschen Meisterschaften im Crosslauf in Ingolstadt in der Altersklasse U 18 den starken vierten Platz belegt hatte.

Unangenehmer Wind

Über die 4200 Meter lange Mittelstrecke ist sie natürlich die schnellste Frau beim 42. Crosslauf am Herthasee, in den der ausrichtende VfL Holzappel als Teil der LG Lahn-Aar-Esterau auch die Kreismeisterschaftswertung integriert hatte. „Es hat sich gut angefühlt heute“, sagt Olivia Gürth über ihren letzten Cross-Auftritt der Saison. Nur der Wind machte sich unangenehm bemerkbar, als sie die männlichen Begleiter auf der zweiten und damit finalen Runde hinter sich ließ.

Mit dem vierten Platz bei den deutschen Meisterschaften ist die Athletin im Rückblick wohl auch etwas zufriedener als ihr Trainer Lutz Preußner. Der hätte sogar bei etwas mehr Risikofreude den zweiten Rang für machbar gehalten.

Der Herthasee ist übrigens ein Ort, der Olivia Gürth seit Kinderzeiten vertraut ist: „Beim ersten Mal bin ich hier eine Runde um den See gelaufen“, erinnert sie sich. Wie weit sie es mittlerweile gebracht hat, belegt ein Vergleich der Zeiten. Olivia Gürth braucht 16:27 Minuten für 4200 Meter, bei den Männern siegt wie im Vorjahr Benjamin Gros (Running Team Bad Ems) in 16:00 Minuten vor Lukas Hafner (TSG Limbach) in 16:29 Minuten. Beim Anstieg in der zweiten Runde hat sich Gros abgesetzt vom 19-jährigen Triathleten, der „aus einer harten Trainingswoche kommt“.

Putz und Erpenbach in toller Form

Starke Zeiten liefern auf dieser Strecke ebenfalls die männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden ab, allen voran Erik Putz (TG Oberlahnstein) mit seinen 14:57 Minuten in der Klasse U 20. Für Timothy Erpenbach vom TuS Katzenelnbogen-Klingelbach aus der U 18 bleiben die Uhren bei 16:06 Minuten stehen. Starken Nachwuchs gibt es ebenso bei den Jüngeren zu sehen mit bis zu 16 Startern pro Jahrgang.

Nicht immer rennen Jungs rascher als Mädchen, nicht immer übertrumpfen die Älteren die Jüngeren. Das beste Beispiel dafür bietet der 2006 geborene Leonard Ulges (LG Lahn-Aar-Esterau), der mit seinen 7:39 Minuten für 2080 Meter gar die zwei Jahre älteren Wettbewerber hinter sich ließ. Insgesamt rund 230 Anmeldungen haben die Organisatoren im Vorfeld registriert. Erfahrungsgemäß treten einige Aktive dann doch nicht an, auf der anderen Seite stehen die Nachmeldungen vom Wettkampftag.

Letztlich dürfte die Beteiligung der des vergangenen Jahres entsprechen, was zugleich für die Rundkurse gilt. Allerdings war der Regen von Freitag auf Samstag so heftig, dass er tiefe Rinnen in die Waldwege geschwemmt hat. „Morgens sah es hier nach Land unter aus“, berichtet Edwin Schiebel von der LG Lahn-Aar-Esterau. Mit 30 Säcken Rindenmulch wurde ein Pfad in einem besonders sumpfigen Abschnitt angelegt. In der ersten Stunde der Rennen prasselt der Regen wieder in die Pfützen.

Die meisten Läufer halten dies jedoch für „typisches Crosswetter“. „Die Bedingungen sind sehr gut“, findet Frank Potratz, mit seiner Leistung darf er ebenfalls zufrieden sein. Der Routinier des Diezer TSK Oranien vom Jahrgang 1963 gewinnt nämlich auf der Langstrecke vor Benjamin Gros. Auf der Mittelstrecke hat in Person von Chris Fröhlich (Running Team Bad Ems) gar ein Vertreter des Jahrgangs 1959 als Dritter überzeugt. Es sind also die Talente genauso wie die Erfahrenen, die Akzente setzen.

Rhein-Zeitung Rhein-Lahn-Kreis (West) Bad Ems vom Dienstag, 19. März 2019, Seite 13

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