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30.03.2019 Lukas Erbelding

Olivia Gürth: Schritt für Schritt zum nächsten Erfolg

Lauftalent des Diezer TSK Oranien im Blickfeld des DLV

Olivia in Pfungstadt

Olivia in Pfungstadt

Schritt für Schritt geht es für Olivia Gürth nach oben. Bei den jüngst ausgetragenen deutschen Meisterschaften im Crosslauf in Ingolstadt erreichte sie eines ihrer bisher besten Resultate. Mit dem vierten Platz bestätigte die 16-Jährige ihre starke Form und zeigte, dass sie sich vor niemandem verstecken muss. Wohin der Weg der Läuferin des Diezer TSK Oranien führt, wird die Zukunft zeigen. Ersichtlich ist aber schon heute, dass die Oberstufenschülerin des Diezer Sophie-Hedwig-Gymnasiums das Zeug dazu hat, um auch langfristig mit großem Erfolg dem Laufsport nachzueifern.

Bewegung spielte im Leben von Olivia Gürth schon früh eine große Rolle. Der Wettkampfgedanke sollte allerdings erst nach und nach in den Vordergrund rücken. „Im Grundschulalter bin ich zum TSK gekommen, aber erst einmal wirklich nur zum Spielen, Springen und Sprinten“, erzählt Gürth und fügt an: „Ich habe zunächst keine Wettkämpfe mitgemacht und sehr viele Jahre nur an Kreismeisterschaften teilgenommen.“ Hierbei fand auch noch keine Eingrenzung auf eine bestimmte Disziplin statt. Einige Zeit nahm Gürth sozusagen die volle Bandbreite der Leichtathletik mit, übte sich unter anderem auch in Weit- oder Hochsprung. „2017 bei der U 16-DM habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich mich aufs Laufen spezialisieren möchte“, erklärt das TSK-Talent. „Richtiges Lauftraining hatte ich davor noch nicht gemacht.“

Diverse gute Platzierungen bei mehreren Wettbewerben waren sicherlich eine Bestätigung, sich erst einmal auf eine Disziplin zu beschränken. Grundsätzlich sieht Gürth aber auch das große Ganze und sagt: „Bewegung hat mir generell Spaß gemacht. Ich war schon immer gerne draußen unterwegs.“ Außerdem gilt es zu beachten, dass es innerhalb des Laufsports wiederum verschiedene Strecken gibt, auf die man sein Augenmerk richten kann. Dies geschieht für gewöhnlich aber erst im Erwachsenenalter. Daher steht für Olivia Gürth auch noch nicht fest, wie sich ihre Vorlieben entwickeln.

„Wenn mich Leute fragen, was meine Lieblingsstrecke ist, ist das schwierig zu beantworten“, so die 16-Jährige. „Tendenziell geht es in Richtung Mitteldistanz. Was ich momentan nicht vorhabe, ist auf Langstrecke, also über 5000 oder 10 000 Meter, zu laufen. Das mache ich vielleicht später mal.“

Auch das Sprinten macht Gürth Spaß, wobei sie sich bei größeren, Meisterschaften doch eher auf die Mittelstrecke konzentrieren will. Die 1500 Meter mit oder ohne Hindernisse haben es ihr für den Moment am meisten angetan. Crossläufe, so geschehen bei der eingangs erwähnten deutschen Meisterschaft in Ingolstadt, haben ebenfalls ihren Reiz. „Die Spezialisierung ist erst einmal, dass es in Richtung Laufen geht. Irgendwann kommt es vielleicht so, dass ich mich nur auf eine Strecke konzentriere“, erläutert Gürth, deren Talent auch dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht entgangen ist. Dort wurde sie zu dieser Saison in den Nachwuchskader 2 (U 18) berufen – damit verbunden sind auch Teilnahmen an Trainingslagern wie zum Beispiel im Bundesleitungszentrum Kienbaum (bei Berlin), wobei die meisten Einheiten weiterhin beim Heimatverein stattfinden.

Auch dies ist eine Folge des erfolgreichen abgelaufenen Jahres, in dem Gürth unter anderem die EM-Norm für den 2000-Meter-Hindernislauf erfüllte. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe. Das war gar nicht in meinem Kopf“, bekennt Gürth, für die in den vergangenen Monaten aber keine bestimmte Platzierung, sondern mehr die Entwicklung an sich von zentraler Bedeutung war. Wie es in Zukunft weitergeht, hält sich die TSK-Läuferin offen. „Ich habe keine klassischen großen Ziele, wie zum Beispiel, dass ich Profisportlerin werden möchte“, betont Gürth, die nicht ausschließt, den Sport mit einem Studium zu verbinden. Als halbe US-Amerikanerin könnte sie sich vorstellen, auch eine gewisse Zeit in den Vereinigten Staaten zu verbringen.

In den USA gehen schulische Ausbildung und Sport Hand in Hand, die Möglichkeiten für Athleten gelten dort als exzellent. Doch noch ist nicht die Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen „Erst steht das Abitur an“, sagt Olivia Gürth, die eben erst einmal einen Schritt nach dem anderen gehen möchte.

Rhein-Zeitung Rhein-Lahn-Kreis (West) Bad Ems vom Samstag, 30. März 2019, Seite 27

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