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24.09.2019

Benita Blöcher glänzt bei ihrem „Heimspiel“

Stadtlauf in Diez: Talent des TSK Oranien stürmt wie Thierry van Riesen als Schnellste durch die engen Gassen der Altstadt

Knapp 600 Teilnehmer, ideale Laufbedingungen, feine Atmosphäre: Die 5. Auflage des Diezer Stadtlaufes (Karl Maxeiner Lauf) lockte bei strahlendem Sonnenschein von den Bambini bis zu den Senioren nicht nur jede Menge Sportler, sondern auch Zuschauer in die Diezer Altstadt. Den Hauptlauf gewannen bei Frauen und Männern zwei, die lange alleine vorneweg liefen, es am Ende aber dann doch noch mal spannend machten. Zudem wurden in der Grafenstadt die Kreismeister im Straßenlauf ermittelt.
Es brauchte kaum mehr als 300, 400 Meter, da setzte sich Thierry van Riesen (LG Rhein-Wied) beim Hauptlauf über 10 Kilometer bereits vom Feld ab. Hatte bei der letzten Auflage an gleicher Stelle noch Sören Kah dominiert, so schien der Niederländer nun in seine Fußstapfen zu treten. Aufgrund der vielen langen Streckenelemente zwar zumeist in Sichtweite für seine Verfolger lief der LG-Athlet dennoch ein einsames Rennen.
Keinen Blick zurück geworfen
„Ich habe mich auch nicht ein einziges Mal umgeschaut“, sagte der spätere Sieger. „Ein schönes Streckenprofil, um ordentlich Tempo zu bolzen und mit schöner Unterstützung an der Strecke. Ich wollte eigentlich unter 34:30 Minuten laufen, bin aber am Ende ein bisschen eingebrochen.“ Warum er sich dennoch nicht umgeschaut hatte? „Ich war mir sicher, dass es auch mit einem Einbruch zum Sieg schaffe.“
Tatsächlich aber war der für das Running Team Bad Ems startende Zweitplatzierte Benjamin Gros am Ende nur 12 Sekunden hinter Siegerzeit von 35:15 Minuten im Ziel (35:27). „Thierry ist direkt am Start weggezogen“, sagte Gros. „Wir kennen uns und ich wusste, was er laufen kann und wollte. Trotzdem ist es am Ende noch einmal knapp geworden. Ich hätte mein Tempo noch eine Weile gehen können, aber für einen Sieg hätte er noch mehr einbrechen müssen. Das war nicht zu erwarten.“
Gros wurde vor zwei Jahren Zweiter hinter Kah und wiederholte seine Platzierung in diesem Jahr. Der Drittplatzierte Kevin Wolf (Group Fitness Instructor, 36:16 Minuten) hatte lange mit dem Zweitplatzierten das Verfolgerduo gestellt, seinem Konkurrenten dann aber nach dem Zieleinlauf Respekt gezollt. „Ich habe ihn irgendwann ziehen lassen müssen. Unglaublich, wie stark er heute war. Zumal er gestern schon einen 10-Kilometer-Lauf absolviert hatte.“
Unglaublich war auch das, was die erst 15-Jährige Benita Blöcher vom Diezer TSK Oranien beim „Heimspiel“ in den engen Gassen der Altstadt und auf der Laufstrecke zeigte: Wie van Riesen bei den Männern lief auch Blöcher von Beginn an der (Frauen)Konkurrenz davon. Doch auch hier wurde es am Ende noch einmal spannend. „Ich habe noch einmal versucht sie zu bekommen, aber auf dem letzten Kilometer hatte sie mehr Biss“, lobte die Zweitplatzierte Franziska Richter (44:16 Minuten) die Siegerin Benita Blöcher (44:01).
Devise Alles oder Nichts
„Ich bin heute vor dem Lauf schon zwei Stunden gelaufen als Marathon-Vorbereitung“, sagte Richter. „Ich konnte sie auf der Strecke gut beobachten, aber ich hatte am Schluss keine Körner mehr. Der Lauf ist wirklich klasse, die Strecke ist perfekt zu laufen.“
Das fand auch Siegerin Benita Blöcher: „Es hat Spaß gemacht. Auch wenn ich eigentlich versucht hatte unter 42 Minuten zu laufen. Aber als sie am Ende noch einmal rankam, hatte ich eigentlich schon die Hoffnung auf den Sieg verloren. Ich hab mir dann einfach gedacht: Alles oder Nichts. Ich habe noch einmal angezogen und das hat dann gereicht.“ Als Dritte kam bei den Frauen Natascha Polcher (TMK Triathlon Mülheim-Kärlich) nach 45:50 Minuten ins Ziel.
Klaus-Dieter Welker, Vorsitzender des Leichtathletik-Kreises Rhein-Lahn, freute sich über die erfolgreiche 5. Auflage des Stadtlaufes, organisiert vom SV Diez-Freiendiez und dem LAZ Lahn-Aar-Diez: „Dass wir knapp 600 Teilnehmer in fünf unterschiedlichen Rennen an den Start bringen konnten, ist wirklich hervorragend. Wir sind sehr dankbar, dass sich die Läufer für unsere Veranstaltung entschieden haben, obwohl es in der Region auch noch andere Alternativen gab. Ich danke allen Helfern und Vereinen, die diesen Lauf auch in diesem Jahr zu einem Erfolg gemacht haben.“

Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems, Dienstag, 24. September 2019, Seite 13

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